Frage: Auf welchen psychologischen und pädagogischen Grundlagen ist WSD aufgebaut?

Untersuchungen von Kriminalpolizei und Psychologen belegen, dass Sexualtäter bevorzugt Frauen und Kinder als Opfer aussuchen, die unsicher und schüchtern wirken. Dementsprechend steht das Vermitteln von selbstbewusstem Auftreten im Vordergrund.

Selbstbewusstes Auftreten ist aber nur dann möglich, wenn es als Persönlichkeitsmerkmal verankert ist. Bei vielen Erwachsenen und bei den meisten Kindern und Jugendlichen erfordert dies eine grundsätzliche Verhaltensänderung. Dabei sind die jeweiligen psychologischen Entwicklungsstadien der Kinder und Jugendlichen bzw. die Lebenserfahrungen der Frauen zu berücksichtigen.

Konkret bedeutet das

Im Frauenkurs (Mädchen ab 16 Jahren) analysieren die Teilnehmerinnen diverse Alltagssituationen in denen sie sich häufig fremdbestimmen lassen. Künftige Verhaltensstrategien werden entwickelt. Über konkrete Selbstbehauptungsübungen und Rollenspiele lernen die Teilnehmerinnen, wie sie sich verbal und mit Körpersprache frühzeitig abgrenzen können. In diesem Zusammenhang erfahren die Teilnehmerinnen auch, dass sexuelle Übergriffe selten von Fremdtätern erfolgen, sondern häufig innerhalb des Bekanntenkreises stattfinden. Gerade in solchen Situationen kann durch frühzeitiges Abgrenzen eine Eskalation verhindert werden

 

Parallel zu den Rollenspielen und Übungen lernen die Frauen und Teenies speziell ausgesuchte Selbstverteidigungstechniken. Mit diesen 10 WSD-Techniken lassen sich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Angriffssituationen wirkungsvoll abwehren. Die Selbstverteidigungstechniken sind insofern ein wesentlicher Bestandteil des WSD-Konzeptes, weil es den Teilnehmerinnen zeigt, dass sie auch im äußersten Notfall nicht schutzlos sind. Mit diesem Wissen können sie in kritischen Situationen wesentlich selbstbewusster auftreten.

 

Beim Einüben der WSD-Techniken sind ebenfalls psychologische Komponenten zu beachten. Aufgrund der auch heute noch üblichen Rollenerziehung fällt es Mädchen und Frauen sehr schwer, sich körperlich aktiv zu wehren. Die spezielle WSD-Unterrichtsmethodik hilft, typisch weibliche Hemmschwellen zu überwinden.

 

Beim WSD-Kids-Konzept ist der technische Teil auf ein Minimum beschränkt. Der überwiegende Teil besteht aus Rollenspielen und speziellen Übungen. Die Kinder lernen zwischen ,guten und schlechten Gefühlen" zu unter scheiden und ggf. mit einem klaren "Nein - das mag ich nicht!" zu reagieren Auf "seine Gefühle hören", "immer den Kopf einschalten" und entsprechende Vorfälle unbedingt den Eltern mitteilen, gehört mit zu den wesentlichen Inhalten.

zurück