WSD ist kein Kampfsport, sondern ein spezielles Selbstbehauptungs / Selbstverteidigungs-Training, das bereits vor über 20 Jahren von der Sportschule Schreiber entwickelt wurde, um vor allem Frauen, Mädchen und Kinder darin zu unterstützen, sich gegen psychische und körperliche Gewalt zur Wehr zu setzten.

Untersuchungen von Kriminalpolizei und Psychologen belegen, dass Sexualtäter bevorzugt Frauen und Kinder als Opfer aussuchen, die unsicher und schüchtern wirken.

Dementsprechend steht das Vermitteln von selbstbewusstem Auftreten im Vordergrund.
Selbstbewusstes Auftreten ist aber nur dann möglich, wenn es als Persönlichkeitsmerkmal verankert ist. Bei vielen Erwachsenen und bei den meisten Kindern und Jugendlichen bedeutet dies eine grundsätzliche Verhaltensänderung.

Dabei sind die jeweiligen psychologischen Entwicklungsstadien der Kinder und Jugendlichen bzw. die Lebenserfahrungen der Frauen zu berücksichtigen.


Konkret bedeutet dies:


Im Frauenkurs (Mädchen ab 16 Jahren) analysieren die Teilnehmerinnen diverse Alltagssituationen in denen sie sich häufig fremdbestimmen lassen. Künftige Verhaltensstrategien werden entwickelt. Über konkrete Selbstbehauptungsübungen und Rollenspiele lernen die Teilnehmerinnen, wie sie sich verbal und mit Körpersprache frühzeitig abgrenzen können. In diesem Zusammenhang erfahren die Teilnehmerinnen auch, dass sexuelle Übergriffe selten von Fremdtätern erfolgen, sondern häufig innerhalb des Bekanntenkreises stattfinden. Gerade in solchen Situationen kann durch frühzeitiges Abgrenzen eine Eskalation verhindert werden.
 
Parallel zu den Rollenspielen und Übungen lernen die Frauen und Teenies speziell ausgesuchte Selbstverteidigungstechniken. Mit diesen zehn WSD-Techniken lassen sich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Angriffssituationen wirkungsvoll abwehren. Die Selbstverteidigungstechniken sind insofern ein wesentlicher Bestandteil des WSD-Konzeptes, weil es den Teilnehmerinnen zeigt, dass sie auch im äußersten Notfall nicht schutzlos sind. Mit diesem Wissen können sie in kritischen Situationen wesentlich selbstbewusster auftreten.
 
Beim Einüben der WSD-Techniken sind ebenfalls psychologische Komponenten zu beachten. Aufgrund der auch heute noch üblichen Rollenerziehung fällt es Mädchen und Frauen sehr schwer, sich körperlich aktiv zu wehren. Die spezielle WSD-Unterrichtsmethodik hilft, typisch weibliche Hemmschwellen zu überwinden.
 
Beim WSD-Kids-Konzept ist der technische Teil auf ein Minimum beschränkt. Der überwiegende Teil besteht aus Rollenspielen und speziellen Übungen. Die Kinder lernen zwischen "guten und schlechten Gefühlen" zu unterscheiden und ggf. mit einem klaren "Nein - das mag ich nicht!" zu reagieren.

Auf "seine Gefühle hören", "immer den Kopf einschalten"  und entsprechende Vorfälle unbedingt den Eltern mitteilen,  gehört mit zu den wesentlichen Inhalten.


Die Ziele des WSD Konzeptes lassen sich wie folgt darstellen:
Kritische Situationen bereits im Vorfeld erkennen und durch Einsatz verbaler und nonverbaler Mittel entschärfen (deutliches Abgrenzen mit Worten und Körpersprache: "stop - nicht mit mir!").
 
Im Notfall mit ausgesuchten Selbstverteidigungstechniken auch körperlich überlegene Angreifer wirkungsvoll abwehren können. (Einschränkung: beim WSD-Kids-Konzept haben die Techniken lediglich Befreiungs bzw. Fluchtfunktion).
 
Durch selbstbewusstes Auftreten wird die Chance erhöht, kein Opfer sexueller Übergriffe zu werden.
Übergeordnete (langfristige) Ziele
Aus selbstbewussten Kindern werden selbstbewusste und
verantwortungsbewusste Erwachsene.
 
Ein Kind, das sich seiner inneren Stärke bewusst ist, braucht weder Drogen, noch muß es sich in Mutproben beweisen.
 
Ein selbstbewusstes Kind hat eine positive Lebenseinstellung und nimmt somit automatisch eine positive Grundhaltung gegenüber seiner Umwelt ein.



Können diese Ziele in so kurzer Zeit erreicht werden?

Grundsätzlich lassen sich die WSD-Grundkurse mit einem Fahrersicherheitstraining wie es z. B. der ADAC durchführt, vergleichen. Dank eines professionellen Unterrichtskonzeptes lernen in beiden Fällen die Teilnehmer wichtige Verhaltensregeln für kritische Situationen. Dennoch hat kein Teilnehmer die Garantie, dass er bei der Heimfahrt vom Verkehrsübungsplatz nicht doch einen Verkehrsunfall hat. Genauso wenig kann es auch bei Selbstverteidigungskursen eine 100%ige Garantie geben. Allerdings sind hier wie dort die Chancen deutlich höher, durch richtige Verhaltensweise nicht Opfer zu werden. Verbessert werden die Chancen, wenn das Erlernte in regelmäßigen Abständen aufgefrischt wird.


Die WSD Unterrichtsmethodik im Überblick:


Das Grundprinzip beim WSD-Unterricht lautet: zuerst stärken - dann konfrontieren!
Konfrontieren bedeutet jedoch nicht Feindbilder aufbauen oder mit angstbesetzten Situationen zu arbeiten. Beides erzeugt Blockaden! Vielmehr geht es darum, in aufeinander abgestimmten Stufen ein natürliches Selbstbewusstsein aufzubauen:

1.Stufe: Selbstwertgefühl vermitteln.

2.Stufe: Den Kindern ihre Fortschritte aufzeigen (im Technikbereich und bei den Rollenspielen).

3. Stufe: Immer wieder zu deutlichem Abgrenzen auffordern!

4. Stufe: Viel loben und das positive Gefühl beim Abgrenzen verinnerlichen! (Rollenspiel)

Positive Projektion, Positive Verstärkung und Wir-Bezugsebene sind wesentliche pädagogische Elemente der WSD-Instructorin. Seinen hohen Motivations- - Charakter erhält der WSD-Unterricht durch das Bewusstwerden der individuellen Leistungssteigerung im physischen und psychischen Bereich.